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Ober-Mörlen (hau)Wenn sich am Fastnachtssonntag der längste närrische Lindwurm der Wetterau in Bewegung setzt, werden in den Reihen der KG Mörlau unheimliche Gestalten ihr Unwesen treiben. „Wintersteingeister nennen sich die gehörnten Teufelsgesichter im dicken Schafspelz. Direkt aus dem Wintersteinwald scheinen sie zu kommen, um in den Gassen von Mörlau mit stechendem Blick, Besen, Felltatzen und Schellenringen die bösen Geister zu vertreiben. „Krampus nennt man diese Gesellen in Österreich, wo sie seit Hunderten von Jahren als „Knecht Ruprecht den Nikolaus begleiten. Nach wie vor wird der alte Brauch in der Alpenregion gepflegt. Tausende von Zuschauern verfolgen dort zwischen dem 6. Dezember und Fasching die mitunter spektakulären Krampusläufe.

Es war denn auch eine österreichische Schnitzschule im schönen Tiroler Lechtal, wo der „Vater der Wintersteingeister als erster Deutscher überhaupt seine neue Leidenschaft entdeckte. Der „Ober-Mörler Bub Albert Recht schnitzt zwar schon seit vielen Jahren, aber das Maskenschnitzen hat er erst in den letzten Jahren perfektioniert. Vierzig Stunden lang ringt er mit Bildhauerbeiteln bewaffnet einem Holzklotz aus Weymuthkiefer die imposanten Fantasiegesichter ab, schnitzt ihnen die typischen großen Ohren und versieht sie mit Hörnern. Beratend steht ihm Sohn Frank als selbständiger Raumausstatter bei den „Malerarbeiten zur Seite und übernimmt auch die aufwändige professionelle Befestigung von Fellen, Polsterung und Schnürriemen.

Die Wintersteingeister im Jahre 2009